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Mutter Maria Magdalena von der Menschwerdung

"Jesus, mein höchstes Gut, ich bin bereit, viele Leiden auf mich zu nehmen bis zur Hingabe meines Lebens, damit alle Menschen dich lieben können"

 

Die Gründerin des Ordens der Ewigen Anbetung, Maria Magdalena von der Menschwerdung (Caterina Sordini), ist in der Toskana am 16. April 1770 in Porto Santo Stefano zur Welt gekommen. 

Als junges Mädchen trat sie bei den Franziskanerinnen in Ischia di Castro ein. 
Während des Noviziats wurde ihr in einer Vision der göttliche Auftrag zuteil, eine religiöse Gemeinschaft zu gründen, deren Hauptaufgabe die immerwährende Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarssakrament sein soll. Im Jahr 1807 eröffnete sie in Rom das erste Kloster der Schwestern von der Ewigen Anbetung (Adoratrices perpetuae).

Als nach der Besetzung Roms durch französische Truppen im Jahre 1808 das Kloster aufgehoben wurde, musste sie in ihre Heimatstadt zurückkehren und sodann nach Florenz ins Exil gehen. 

1814 nach Rom zurückgekehrt, bildete sie die Gemeinschaft neu und begann mit der feierlichen Aussetzung des Allerheiligsten. 

Im Jahr 1818 wurde der Orden offiziell anerkannt und dem Beistand und der Fürbitte der schmerzhaften Jungfrau Maria anvertraut. 

Mutter Maria Magdalena von der Menschwerdung starb in Rom am 29. November 1824.

Sie wurde am 3. Mai 2008 seliggesprochen. 


 
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Mutter Maria Pia von der Göttlichen Liebe, Gründerin des Klosters der Ewigen Anbetung in Innsbruck

Mutter Maria Pia von der Göttlichen Liebe, Sophie von Angelini hat das Anbetungskloster in Innsbruck errichtet. 

Sie ist am 5. August 1838 in Innsbruck zur Welt gekommen. Sie spürte in jungen Jahren die Berufung, sich Gott zu weihen. So trat sie 1858 in den Karmel Innsbruck ein, wo bereits ihre ältere Schwester Henriette lebte und von dem sie 1861 wieder zu ihrem erkrankten Vater zurückkehrte.

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Mit Hilfe von Fürstbischof Vinzenz Gasser von Brixen lernte sie den Orden der Ewigen Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes kennen und lebte einige Tage im Mutterhaus in Rom. Von großer Bedeutung für ihren Weg war auch eine Privataudienz bei Papst Pius IX., der "seiner lieben Tochter aus Tirol" einen Kelch aus seiner Privatkapelle für die Gründung in Innsbruck schenkte. 

Nach längerem Suchen fand Sophie von Angelini ein geeignetes Grundstück im Saggen im sogenannten Hirschanger und brachte im September 1868 beim Magistrat ein Gesuch um Bewilligung des Baues einer Kirche und eines Frauenklosters dort ein. Am 11. November bewilligte die Stadtregierung das Baugesuch mit dem Vermerk, dass die Mehrheit der Innsbrucker Bürger wünsche, dass kein neues Kloster errichtet würde. 

Sophie von Angelini ignorierte diesen angeblichen Wunsch der Stadtbevölkerung und unterzeichnete im Dezember 1868 die Baupläne für das Kloster und die Kirche. Die Ausführung wurde der Baufirma Johann Huter & Söhne übergeben.

In Österreich untersagte ein Gesetz, ein Kloster eines Ordens zu errichten, dem keine staatliche Anerkennung zugrunde liegt. Diese Tatsache und das eigenwillige Vorgehen gegen den Wunsch der Stadtführung sollten Mutter Maria bis zu ihrem Tod große Schwierigkeiten und Verleumdungen einbringen. 

Am 12. April 1869 trat Sophie von Angelini, die den Ordensnamen Maria Pia Magdalena von der Göttlichen Liebe erhielt, in das Mutterhaus des Ordens der Ewigen Anbetung in Rom ein. Ihr Noviziat machte sie in Rom und Monza, wo sie am 14. September 1870 ihre Profess ablegte.

Am 18. Oktober 1870 kehrte sie mit 4 italienischen Schwestern in das neue Kloster der Ewigen Anbetung in Innsbruck heim. 

Ihre erste Sorge galt der Kirche, die sich noch im Rohbau befand. Nach Fertigstellung des Hochaltars weihte Fürstbischof Vinzenz Gasser am 13. Mai 1872 die Kirche dem Heiligsten Herzen Jesu.

Um eine Aufhebung zu verhindern, wurde das Kloster 1873 als "Tertiarinnen-Kloster" vom Statthalter genehmigt mit der Auflage, eine Schule für arme Kinder zu errichten. Mutter Maria Pia ging der Ruf voraus, immer eine offene Hand für alle zu haben, die in ihrer Not zu ihr kamen. 

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Das Fassadenmosaik von 1895 aus der Mosaikwerkstätte von Albert Neuhauser ist das letzte Werk von Mutter Maria Pia an ihrer Kirche. Sie starb am 27. August 1897. Ihr letztes Gesuch um staatliche Anerkennung des Klosters vom 19. Jänner 1897 wurde von Kaiser Franz Josef I. persönlich am 28. Mai 1898 positiv beantwortet. Er erteilte die staatliche Anerkennung für den Orden der Ewigen Anbetung des Heiligsten Sakraments in Österreich. 

Mutter Maria Pia starb am 29. August.

Unter der Nachfolgerin als Oberin des Klosters der Ewigen Anbetung, Mutter Maria Margaretha von Böselager, wurde die Innenausstattung der Kirche fertiggestellt. 

 
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1940 wurde das Kloster vom nationalsozialistischen Regime aufgehoben und enteignet. Nach der Rückkehr 1945 fanden die Schwestern den Innenraum der Kirche verwüstet vor. 

1949 konnte die Kirche mit der Kreuzigungsgruppe von Josef Staud wiedereröffnet werden. 

Die endgültige Sanierung und Wiederherstellung des Wanddekors erfolgte in den Jahren 1994 bis 1995.

Mit der Neugestaltung des Presbyteriums und einem Volksaltar im Jahr 2009 präsentiert sich die Klosterkirche den Besuchern als Raum, in dem sich verschiedene Zeitepochen widerspiegeln. Geblieben ist die Oase der Stille, die zum Verweilen vor dem Herrn im Sakrament der Liebe einlädt. 

 
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